MEHLSHOOTING
Was du als Model wissen musst – dein kompletter Guide

Die folgenden Informationen sind keine Anleitung für Fotografen, die ein Mehlshooting nachbauen möchten, sondern ein Guide für Models, die sich auf ihr erstes Mehlshooting vorbereiten möchten.
Ich mache Mehlshootings seit vielen Jahren – unter anderem jedes Jahr auf Borkum im Rahmen einer Ferienfreizeit, wo das Wetter alles andere als verlässlich ist: mal windig, mal stürmisch, und das von Minute zu Minute wechselnd. Genau diese Erfahrung unter realen, oft schwierigen Bedingungen hat mir gezeigt, wie man ein Mehlshooting effizient und trotzdem mit grossartigen Ergebnissen durchführt.
Wir werden das Fotoshooting draussen machen, denn Mehlstaub verteilt sich in geschlossenen Räumen sehr schnell überall.
Dank meiner Erfahrung bekomme ich schnell supertolle Ergebnisse. Sowohl das Model als auch die Mehlwerfer erhalten vorher eine kurze, klare Einweisung – damit niemand herumexperimentieren muss und die ersten Würfe bereits sitzen. Das ist wichtig, denn nach jedem Mehlwurf ist man nicht mehr ganz frisch – und die Anzahl der Durchgänge ist begrenzt.

Was ist ein Mehlshooting?
Ein Mehlshooting ist ein Fotoshooting, bei dem du mit Mehl als Requisite arbeitest. Das klingt erstmal komisch – aber die Ergebnisse sind wirklich spektakulär. Du wirfst Mehl in die Luft, du lässt es auf dich rieseln, du bewegst dich darin – und der Fotograf hält genau diesen Moment fest.
Das Besondere: Mehl erzeugt eine wunderschöne, weiche Wolke um deinen Körper. Die Fotos sehen fast magisch aus – wie eingefroren in der Bewegung. Du wirst selbst überrascht sein, wie die Bilder am Ende aussehen!


Was kann ich dabei machen?
Beim Mehlshooting hast du viel mehr Freiheit, als du vielleicht denkst. Du kannst zum Beispiel:
- Mehl in die Luft werfen – mit einem Schwung der Arme entsteht eine riesige Wolke um dich herum
- Mit einem Tuch oder Kleid wirbeln – das Mehl verteilt sich dabei traumhaft
- Mehl über deinen Kopf schütten – für dramatische Porträtaufnahmen
- Dich durch eine Mehlwolke bewegen – gehen, tanzen, springen
- Einfach still stehen – während jemand anderes das Mehl um dich herum wirft
Du musst kein Model mit Erfahrung sein. Der Fotograf zeigt dir, was er braucht – und vieles entsteht einfach spontan im Moment. Lass dich einfach treiben!
Wo können wir das machen?

Das Shooting findet draußen statt – aber nicht einfach irgendwo. Der Fotograf sucht einen Ort, der ein paar wichtige Bedingungen erfüllt.
Der Hintergrund
Damit das weisse Mehl schön zur Geltung kommt, brauchen wir einen dunklen oder schattigen Hintergrund – eine dunkle Wand, Büsche, Bäume oder ein schattiger Bereich. Helle Hintergründe verschlucken das Mehl einfach.
Ruhe ist wichtig
Der Ort soll ruhig sein – kein Publikum, keine Menschenmassen, die durchlaufen. Mehlstaub in der Luft stört andere, und ihr braucht Platz, ohne dass ihr ständig unterbrochen werdet.
Geeignete Orte sind zum Beispiel:
- Ein abgelegener oder privater Parkplatz – ideal, viel Platz, kein Durchgangsverkehr
- Ein Privatgarten – perfekt, wenn jemand einen großen Garten zur Verfügung stellt
- Ein verlassener Hafen oder eine Industriebrache – toller dunkler Hintergrund, niemanden stört der Staub
- Eine leere Tiefgarage oder Unterführung – dunkler Hintergrund, windstill, kaum Publikum
- Ein Feldweg oder Waldrand – natürlicher dunkler Hintergrund durch Bäume, meist ruhig
- Eine verlassene Fabrikhalle oder ein altes Gebäude – dramatische Atmosphäre, perfekter Hintergrund
- Ein Sportplatz oder ein leerer Sporthallenparkplatz außerhalb der Öffnungszeiten – viel Platz, kontrollierbar
- Ein Strand oder Flussufer außerhalb der Saison – natürlich, wenig Menschen, großzügiger Platz
Abstand
Zwischen dir und dem Fotografen sollten mindestens 3 bis 5 Meter liegen – das ist wichtig, damit er die ganze Wolke im Bild einfangen kann und selbst nicht mit Mehl bedeckt wird.
WICHTIG: Bitte schüttel das Mehl nicht über den Fotografen und seine Kamera (meistens mit der Ausrede: „Kann ich das Foto sehen?“)
Wind
Windstill ist ideal. Wenig Wind geht noch – aber starker Wind ist ein Problem, weil das Mehl dann sofort weggeweht wird, bevor der Fotograf den Moment festhalten kann. Wir schauen also vor dem Shooting auf die Wettervorhersage! Bei (auch nur Niesel-) Regen oder starkem Wind wird das Mehlshooting nicht möglich sein.
Ist Mehl gefährlich oder schädlich?

Mehl ist grundsätzlich nicht gefährlich – es ist ja ein Lebensmittel. Aber es gibt ein paar Dinge, die du wissen solltest:
Atemwege
Eine dichte Mehlwolke solltest du nicht einatmen. Halte in intensiven Momenten kurz die Luft an oder drehe deinen Kopf leicht weg.
Augen
Mehl kann in die Augen geraten – das brennt kurz, ist aber harmlos. Einfach mit Wasser ausspülen. Augen zumachen ist zu empfehlen, aber das wird vor Ort nochmal drauf hingewiesen. Bitte Handtuch mitbringen, um das Mehl hinterher vom Gesicht abzuwischen, wenn man mehrmals vor die Kamera tritt.
Haut
Für die meisten Menschen völlig unproblematisch. Wenn du jedoch eine Mehlallergie oder Weizenallergie hast, unbedingt vorher Bescheid geben!
Fazit
Solange du nicht mit dem Gesicht direkt in eine Wolke atmest, ist alles gut.
Wer hilft mir beim Shooting? Die Mehlwerfer

Ein Mehlshooting funktioniert meistens nicht alleine – du brauchst Hilfe! Neben dem Fotografen wirst du sehr wahrscheinlich zwei Mehlwerfer brauchen, die das Mehl im richtigen Moment um dich herum werfen.
Warum zwei? Weil eine einzige Person oft nicht genug Mehl auf einmal werfen kann, um diese grossen, dichten Wolken zu erzeugen, die du von den Fotos kennst. Mit zwei Personen links und rechts von dir entsteht ein viel spektakuläreres Ergebnis.
Ich bringe hier übrigens jahrelange Erfahrung mit – das bedeutet für dich: Du bist hier kein Versuchskaninchen, es wird nicht lange herumexperimentiert, und du musst dir keine Sorgen machen, ob am Ende überhaupt etwas Schönes rauskommt. Nach kurzen, klaren Anweisungen entstehen schöne Fotos – so einfach ist das.

Wer kann das machen? Einfach Freunde oder Bekannte mitbringen – das müssen keine Profis sein. Ich werde sie dann kurz einweisen! Sie müssen wissen…
- Wann sie werfen – nämlich genau auf ein Signal von dir oder dem Fotografen
- Wie sie werfen – nicht einfach hinschmeissen, sondern mit einem weichen Schwung nach oben, damit eine schöne Wolke entsteht
- Wohin sie werfen – immer leicht an dir vorbei, nicht direkt ins Gesicht
Das klingt nach viel – aber nach ein, zwei Probewürfen haben sie es meistens drauf. Und mit meiner Erfahrung weiss ich genau, wann und wie das Mehl geworfen werden muss – ihr müsst einfach nur mitmachen!
Was ziehe ich an?
Die Kleidung ist ein riesiger Teil des Looks! Hier ein paar Tipps:
Farben
Helle Farben funktionieren am besten – Weiss, Creme, Hellgrau oder Pastelltöne. Der Hintergrund beim Mehlshooting ist meistens dunkel, und das Mehl selbst ist weiss – da würde dunkle Kleidung einfach verschwinden oder schlimmer noch: Das Mehl setzt sich auf dunklem Stoff ab und sieht aus wie Schimmel oder Staub, was auf Fotos wirklich unschön wirkt.

Material
Leichte, fliessende Stoffe sehen am schönsten aus – Chiffon, Seide, weite Röcke oder Kleider. Enge, schwere Stoffe wie Jeans funktionieren weniger gut für den visuellen Effekt.

Wichtig
Trage nichts, was du unbedingt sauber halten musst, wie z.B. aktuelle Wettkampfanzüge. Alte Anzüge oder Übungsanzüge sind natürlich okay. Das Mehl geht zwar beim Waschen raus – aber es kann mehrere Wäschen brauchen. Ziehe also Kleidung an, bei der du kein schlechtes Gewissen hast. Einfarbiges Tshirt, Sommerröcke oder kurze Hose eignen sich sehr gut.


Haare
Offene Haare sehen traumhaft aus. Mehl in den Haaren lässt sich gut ausbürsten, wenn es trocken ist – nie nass reiben (verklumpen). Bitte keine Haarspray, Haarlack oder Haargel vorher verwenden, weil das Mehl dann dort klumpen/kleben werden (später auch schwierig zu entfernen).

Geht das auch mit Farbpulver oder Holi-Pulver?
Eine Frage, die ich oft höre: Kann man statt Mehl auch buntes Farbpulver oder Holi-Pulver verwenden? Die Antwort ist ja – und die Ergebnisse sind absolut atemberaubend! Bunte Wolken in Pink, Orange, Blau oder Gelb sehen auf Fotos unglaublich aus.


Aber hier ist ein wichtiger Hinweis:
Das Farbpulver musst du als Model selbst mitbringen und selbst besorgen, da es teuerer als normales Mehl ist. Hier gilt, mehr ist besser. Für einmal mit den Haaren werfen benötigt man ca. 20-30g Pulver.
1 Packung wiegt 70-100g. Die Preise sind unterschiedlich, siehe bei Amazon unter „Holi Pulver“ .
Wenn du dir Pulver kaufst, wirst du schnell merken, dass es zwei verschiedene Arten gibt:
Bio-Pulver (pflanzlich)
Dieses Pulver wird aus natürlichen Zutaten wie Mais oder pflanzlichen Farbstoffen hergestellt. Es ist deutlich hautfreundlicher und besser für die Gesundheit – besonders wenn etwas davon ins Gesicht oder auf die Haut gelangt. Ideal für empfindliche Haut oder wenn du auf Nummer sicher gehen möchtest.
Chemisches Pulver (meist günstiger)
Dieses Pulver enthält synthetische Farbstoffe und liefert dafür viel leuchtendere, kräftigere Farben auf den Fotos. Der visuelle Effekt ist stärker – aber es kann bei empfindlicher Haut oder Atemwegen eher reizen. Hier unbedingt darauf achten, nicht zu tief einzuatmen. Bitte keine feine Pigmentpulver für Bastelei (Nageldesign, Kerzen, Seife, Lack), die sind zu feinkörnig und gefährlich, wenn man sie einatmet. Maismehl ist grobkörniger.

Meine Empfehlung
Wenn du gesundheitsbewusst bist, greif zum Bio-Pulver oder normale Holi Pulver, die man bei Holi Festival auch angeboten bekommt. Aber behandle das Pulver mit etwas mehr Vorsicht als Mehl. Manchmal sind die Farben auch schwieriger vom Klamotten zu entfernen. Der Fotograf ist für die Farbpulver und deren Folgen nicht verantwortlich.
Was muss ich vorher wissen & vorbereiten?

Damit das Shooting entspannt und schön wird, hier meine wichtigsten Tipps zur Vorbereitung:
Makeup
Weniger ist mehr. Besser gar kein Makeup. Starkes Make-up kann durch das Mehl verlaufen oder klumpig wirken. Wasserfäste Make-up ist ein guter Kompromiss. Viele Models gehen bewusst natürlich – das wirkt oft stärker.
Kontaktlinsen
Lieber Brille oder keine Linsen tragen – Mehlstaub und Kontaktlinsen sind keine gute Kombination.
Schmuck
Einfacher, nicht zu filigraner Schmuck ist okay. Kleiner Mehlrückstand lässt sich gut reinigen.
Mehl ist überall
Auch wenn du nur Zuschauen, bekommst du auf jeden Fall Mehlstaub. Bitte achte auf dein Handy und teuere Geräte (Kamera z.B.) dass sie nicht kaputt gehen, wenn sie staubig sind. Am Besten alles vorher sicher verstauen.
Was du mitbringen sollst

Nimm dein Einhorn mit 🙂
Hier eine kleine Packliste, damit du gut vorbereitet bist:
- Ein trockenes Handtuch – zum Abwischen nach dem Shooting, bevor du ins Auto steigst oder dich umziehst
- Einen Bademantel oder eine Decke – besonders bei künhlem Wetter ein absolutes Muss! Direkt nach dem Shooting überziehen, um warm zu bleiben. Wichtig: Bademantel und Decke werden danach ebenfalls mit Mehlstaub bedeckt sein – also etwas nehmen, das du danach waschen kannst, und nicht dein bestes Stück!
- Wechselkleidung – zum Umziehen nach dem Shooting, damit du sauber nach Hause kommst
- Autositzabdeckung – wenn du mit dem Auto nach Hause fährst.
- Wasser zum Trinken – das Shooting ist körperlich aktiv, bleib hydratisiert
- Haargummi als Reserve – falls du die Haare zwischendurch zusammenbinden möchtest
- Requisiten – Luftballons, Blumenstrauss, Handstand-Stützen, Hüte, Sonnenbrille und alles, was du gerne auf Fotos haben möchtest. Und dein Einhorn natürlich 🙂 Lass aber andere Tiere (Hunde, Alpaka, Pferde…) lieber zu Hause.





Erwartungen
Das Shooting an sich dauert meist nicht sehr lange, aber es macht sehr viel Spaß und man vergiss irgendwann die Zeit. Du wirst dich viel bewegen, mehrfach Mehl werfen, Pausen machen zum Durchatmen. Es ist körperlich aktiver als ein normales Shooting – aber auch viel lustiger, besonders mit mehreren Freunden.
Was passiert nach dem Shooting?
Das Shooting ist vorbei – und du siehst aus wie eine bemehlte Brezel. Was jetzt?
Kleidung
Lass sie an einem Ort gut trocknen und dann ausschütteln – bitte weit weg von dem Fotografen 😀 Wenn du noch mit dem Auto nach Hause fährst, bitte eine Decke auf dem Autositz bereithalten. Sonst muss man das Auto hinterher noch saubermachen.
Zuhause die Kleidung normal waschen. Bei hartmäckigen Rückständen: vorher mit der Hand waschen.
Haare
Erst trocken ausschütteln und ausbürsten. Dann gründlich waschen, besonders am Haaransatz – meist reicht einmal.
Haut
Einfach duschen, fertig. Vergiss nicht, die Ohren sauberzumachen.
Die Bilder
Dein Fotograf wird dir nach der Sortierung die Fotos schicken. Die Bearbeitungszeit kann je nach Zustand des Fotografen nachdem Mehlshooting ein paar Tage bis Wochen dauern – hab Geduld, es lohnt sich!

Fazit
Ein Mehlshooting ist eines der spassigsten Shootings, die du machen kannst. Es ist kreativ, ein bisschen chaotisch – und die Ergebnisse sind einzigartig. Trau dich einfach!
